Es war einmal
ein großer grüner Schwan, der, wäre er nicht gestorben, heute noch besoffen wär. Als er noch trank und lebte, torkelte er trunken vom Leben über eine Straße, die gerade eben noch gerade gewesen war. Nüchterne Häuserwände stiegen vor ihm hernieder. Blättrige Bäume mit krachenden Kiefern putzten sich die Zähne. Ein Liebespaar schlenderte eng umfernt um eine Laterne. Sie schlungen so eng um, daß die Laterne zu leuchten begann (Birne kann eben alles). Ein gelber Ball von dunklem Licht breitete sich rundum aus (my = c x hochkwatschkwadrat).
Der Schwan mochte kein Licht, weil es sein Grün betonte und er mochte keine Liebespaare, weil sie Laternenlampenlicht zum Leuchten brachten. Deshalb trunkelte er torken über die Straße hinter einem her und über. Der Platz lag jetzt ruhig danieder (Reim). Ein sanfter Wind trug den Zahnpastaschaum der Bäume hinweg, die gerade beim Gurgeln waren.
Der große grüne Schwan stürzte in das Schaufenster eines großen grünen Kaufhauses. Er hielt es für das Sauffenster ei-nes Saufhauses. Der Nachtwächter rief “Polizei!” und erschoß ihn, weil er besoffen war. Die Schwanenseele (grün und gram) wollte gerade in die Ferne schweifen, als sein Schweif von der nahenden Lokomotive einer Kinder-Bimmel-Papi-spielt-damit-am-liebsten-Bammel-Weihnachtsgeschenkeisenbahn überrattattattatattert wurde.
Ein saftiges Stück grüner Wiese lag jetzt im Schaufenster und auf der Straße. Der Nachtwächter rief: “Polizei!” weil er besoffen war und die Wiese rief: “Kinder!” – denn Wiese in der Stadt war noch seltener als Baum im Watt (Reim). Großschrittig eilten kluge Kinder herbei mit Bällen, Leitern und Sandkiste, Eimern, Schaufeln, Formen, Wasser, Wellen und Böt-chen; und clevere Raygebante Kids supplyten ihre Bennetton-und Bodybags in cooler Slowmotion mit Fastfood, Walkwomans, Runningmates, Gamegirls und Bodysurfbrättern …
Schnell hatten sie einen schönen Strand gebaut. Die blättrigen Bäume spieen Schaum und sogar die nüchternen Häuser neigten sich neugierig vor, so daß die Fenster aus den Fen-stern fielen und kristallklar zu Strande klirrten. Bald darauf meerte meerumschäumtes Meer mehr und mehr kristallklar und grün um Schaufenster und Bäume herum. Auch die Kinder mehrten sich immer mehr, zogen Badesachen an und begannen zu spielen. Einige ballten, andere formten und manchige badeten in den warmen Wogen. Das war doch schön. Und die Kiddies grooften, whamten, bangten und hipten, was das Biitschwär hielt, und hopten mit ihren Bodybrättern durch die grüne Brändung, daß es einem den Bräth-(ti-ejtsch!)-awejh nahm. Das war doch grotzprotzoberaffengeil! Aber leider leider leider leider…
Nach kaum dreizehn Wellen kamen keine Wolken aber ihre besorgten Mütter und Moms herbei, um ihnen Sonnencreme, Hamburger und Harpunen zu bringen. Besonders besorgte brachten Lebertran, Zinkpaste und FCKW-Killer und blieben, um Bakterien zu jagen und etwaig aufreißende Löcher in der Ozonsocke zu stopfen. Die Normalität kehrte ein.
Die blättrigen Bäume wunderten sich über ihre feuchten Füße, die Sonne brach durch ihre nassen Zweige, der Tagwächter rief “Weißer Hai!”, und sie wandten sich ihrem Frühstück zu. Während der Strand sich langsam füllte und auch langsam wuchs, weil viele Sand und Wasser mitbrachten, standen die Autos unter den Bäumen und unter der Laterne (Lied) bis zu den Knien im Wasser, und ihre Fahrer schrien mit hochroten Häuptern und gespreizten Haaren laut hüpfend nach der Polizei. Der Tagwächter schrie: “Weißer Hai!”
Nach einer mehr oder weniger mehr als ganzen halben Stunde war der Strand vom Schaufenster über die Spielzeugabteilung quer durch die Ottomopsstraße bis hin zum Theater gestrandet. Die Schauspieler verkleideten sich mit Badehosen und spielten spritzend Schau als Kinder. Die richtigen Kinder spielten auch Kinder, aber richtig. Sie hatten die Rolltreppe zur Rutsche gemacht und rutschten rollend ins tiefe Meer. Es war kurt Merz (kurt nicht friedrich = Adjektiv nicht Vorname) und Meer. Was will man mehr? Und mehr Menschen kamen mit Wasser, Sand und Strandutensilien herbei. Und immer mehr. Die Autos der erwähnten hochroten Herren waren halb eingesandet, und es spielten richtige Kinder Autofahren und szpäschell coole Kids Carnapping, während die Verfahrenen sich eine Ba-dehose ausgeliehend ins Wasser gehüpft haben warend. In Klammern: falsch. Falsch, weil keine Klammern. Also: falsch!
Auf Pferden kam auch die Polizei schon durch die Ottomopsstraße geritten (Im Merzen der Bulle die Rösser einspannt: Lied, aber falsch). Sie waren mit der festen Absicht gekommen, den Verursacher der grünen Krankheit zu verhaften und erfuhren von der Wiese und ritten hin. Sie stellten fest, daß die Wiese ein erschossener toter, grüner, ehemals besoffener Schwan war und verhafteten den Tagwächter, der “Weißer Hai!” schrie. Dann scheuchten sie ihre Pferde ins Meer (die Mähre dem Bullen die Pferde ausspannt: Quatsch), die sofort von richtigen Kindern zum Spielen eingefangen wurden, und schwammen um die Wette zum Theater, um mit den falschen Schauspieler-Kindern falsche Polizisten-Kinder zu spielen. Aber weil sie so grün waren, hielt jedermann und jederkind sie für schwan und tot und trampelte achtlos auf ihnen herum. Nur jederfrau war wieder einmal klüger und empfindsamer als man für möglich hielt, und schimpfte mit den Kleinen, wenn sie gelbe Strahlen ins grüne Meer pieschten.
Auch die blättrigen Bäume, die ihr Frühstück beendet hatten, machten sich nützlich. Biegsame dienten als Sprungbretter, schwankende als Wasserschaukeln, einige bauten wundervolle Baumpaläste in ihren Zweigen, in denen fleißig gespielt und geblättert wurde, andere spendeten Zahnpasta und Schatten oder spielten mit den Kindern im Wasser Naßspritzen. Die stämmigsten Bäume konnten sogar alles gleichzeitig tun. Nach mehr oder weniger weniger als mehr als einer mehr als vollen halben Stunde war die ganze Stadt und das gesamte Kaufhaus zu einem meerstöckigen Strand geworden. Überall badende, spie-lende, spritzende Menschen, eingesandete, voll bekindersetzte Autos und Kidcars, platte und bepieschte Polizisten, echte Schauspieler, kunstvolle Sandburgen, Wasserrutschen und freundliche Bäume mit guten Zähnen.
Dann kam der Chef des Kaufhauses, murmelte irgendwas über grünen Schwahnsinn, feuerte den verhafteten Nachtwächter und befahl seinen badenden Verkäuferinnen, den Löschsand aus dem Keller als Zweitstrand zu verkaufen. Dann ging er in die Sportabteilung und tauschte seinen seidenen Anzug gegen ein Surfbrätt. Mit der ersten Welle rauschte er davon, versenkte versehentlich oder auch nicht eine grüne Gummipuppe in der Abteilung für Hilfsmittel und ward nie mehr gesehen.
Als es Abend wurde, leuchteten überall in der Stadt und im Strandhaus kleinere und größere Feuer aus Treibholz. Die Grillen zirpten und feste feuerten die Grille, um das appe-titanregende Platzen wurstiger Waren zu fördern; Musik wurde gemacht; Mann hatte sich lieb – und Frau auch; und die Bäume wiegten sich im Takt und wärmten ihre Äste.
Da passierte es.
Ein liebes Paar engte sich mal wieder schlung um, und der grüne erschossene tote ehemals Schwan verstand alles miss. Dabei leuchtete überhaupt gar keine Laterne (kein Lied). Der Schwan beschloß, nicht länger tot, erschossen, entschweift und ehemals zu sein, und machte sich davon.
Und wenn er nicht gestorben sein wollte, dann torkelt er vielleicht gerade grün und besoffen durch eure Straße. Am besten, ihr habt eure Badehose immer dabei!
Und die Moral von der Geschicht:
(Wenn Silberfische Würmer fräßen, könnten Angler ihr Petriheil in Parterre suchen und sich im Morgengrauen statt am Tümpel unterm Wohnzimmertisch aalen.) Geistige Gesundheit ist eine Erkrankung des Stoffwechsels – und Sprache eine des Wortwechsels.

