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	<title>Wunschworte Verlag - Bernd Sieberichs</title>
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	<description>Ein weiteres tolles WordPress-Blog</description>
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		<title>WORTE</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Aug 2009 16:47:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Sieberichs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[
WORTE
 Worte können gebirgsbachklar an der Felswand der Erkenntnis hinab zum Grunde Deiner Seele stürzen; lass mich in einem Wald der Worte Deine Lichtung sein.
 
Worte können wie Wasserfälle sich in die Abgründe Deiner Geistes-Gebirge hinein ergießen; lass mich in einem Meer der Menschen Deine Insel sein.
 
Worte können gletscherbachgleich talwärts schießen und tiefe Kerben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-medium wp-image-480" title="WORTWasserfall" src="http://wunschworte.de/wp-content/uploads/2009/08/WORTWasserfall03-228x300.jpg" alt="WORTWasserfall" width="228" height="300" /></h2>
<h2 style="text-align: center;">WORTE</h2>
<p align="center"><strong> </strong><strong>Worte können gebirgsbachklar an der Felswand der Erkenntnis hinab zum Grunde Deiner Seele stürzen; lass mich in einem Wald der Worte Deine Lichtung sein.</strong></p>
<p align="center"><strong> </strong></p>
<p align="center"><strong>Worte können wie Wasserfälle sich in die Abgründe Deiner Geistes-Gebirge hinein ergießen; lass mich in einem Meer der Menschen Deine Insel sein.</strong></p>
<p align="center"><strong> </strong></p>
<p align="center"><strong>Worte können gletscherbachgleich talwärts schießen und tiefe Kerben im Stein hinterlassen; lass mich in einem Lexikon des Lebens Dein Register sein.</strong></p>
<p align="center"><strong> </strong></p>
<p align="center"><strong>Worte können wie Blut durch die Wunden Deiner Gesinnung rinnen; lass mich in einem Krieg der kranken Geister Deine Friedenstaube sein.</strong></p>
<p align="center"><strong> </strong></p>
<p align="center"><strong>Worte können wie Grundwasser-Seen sich in Deinen Gedanken-Gruben sammeln; lass mich in der Wüste unserer Welt Deine Oase sein.</strong></p>
<p align="center"><strong> </strong></p>
<p align="center"><strong>Worte können sich tröpfchenweise ihre Wege bahnen durch die Geröllfelder unserer Sinne; lass mich in einer Sintflut des Sinnenwahns Deine Arche sein.</strong></p>
<p align="center"><strong> </strong></p>
<p align="center"><strong>Worte können Mauern bauen und sie wieder zum Einsturz bringen; lass mich in einer Macchia der &#8220;Meinungsfreiheit&#8221; Deine innere Stimme sein.</strong></p>
<p align="center"><strong> </strong></p>
<p align="center"><strong>Worte können den Lack abkratzen oder auch Dein Ego kitzeln; lass mich in einem Sumpf der Selbstsucht Dein Spieglein an der Wand sein.</strong></p>
<p align="center"><strong> </strong></p>
<p align="center"><strong>Worte können Dich streicheln und kosen oder wie Stromstöße in Deinen Ohren tosen; lass mich in Deine dunklen Tage wie ein heller Blitz einschlagen. </strong></p>
<p align="center"><strong> </strong></p>
<p align="center"><strong>Worte können quälend verletzen oder Dich mit ihrer Weisheit benetzen; lass mich im Tohuwabohu der Töne Deine kleine Nachtmusik sein.</strong></p>
<p align="center"><strong> </strong></p>
<p align="center"><strong>Worte können Lust bereiten, mit Dir höchste Gipfel erstürmen; lass mich bei der Geburt unseres Glückes wenigstens eine Hebamme sein.</strong></p>
<p align="center"><strong> </strong></p>
<p align="center"><strong>Worte können heucheln, täuschen, kränken doch auch Vertrauen schenken; lass mich in einem Labyrinth der Lüge Dein Bindfaden sein.</strong></p>
<p align="center"><strong> </strong></p>
<p align="center"><strong>Worte können das Gegenteil dessen meinen, das sie bedeuten; lass mich in einem Irrgarten der Infamie Deine Parkbank sein.</strong></p>
<p align="center"><strong> </strong></p>
<p align="center"><strong>Worte sind immer rein, aber nie ehrlicher, als der, der sie spricht; lass mich im Jenseits unserer Jahre Dein himmlischer Begleiter sein.</strong></p>
<p align="center"><strong> </strong></p>
<p align="center"><strong>Worte können vieles, aber eines können sie nicht:</strong></p>
<p align="center"><strong>Worte können kein Leben geben <em>und</em> Worte können kein Leben nehmen. Das kann nur Gott &#8211; mit anderen Worten: </strong></p>
<h2 style="text-align: center;">Wir.</h2>
<p align="center"><strong> </strong></p>
<p align="center"><strong> </strong></p>
<p align="center"><strong> </strong></p>
<p align="center"><strong>*</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
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		<title>Lokalisierung statt Globalisierung</title>
		<link>http://wunschworte.de/2009/08/11/leselust/</link>
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		<pubDate>Tue, 11 Aug 2009 10:07:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Sieberichs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Hallo, ihr lieben Leute!
Nach dem kleinen aber feinen Beitrag über den WunschworteVerlag am Mittwoch, den 02.09. auf NDR Welle Nord, möchten wir uns noch stärker regional ausrichten als bisher schon. Um es mal ganz platt zu sagen: Wir haben keinen Bock mehr auf Globalisierung. Und um es ein wenig feiner auszudrücken: Wir möchten uns nachhaltig mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo, ihr lieben Leute!</p>
<p>Nach dem kleinen aber feinen Beitrag über den WunschworteVerlag am Mittwoch, den 02.09. auf NDR Welle Nord, möchten wir uns noch stärker regional ausrichten als bisher schon. Um es mal ganz platt zu sagen: Wir haben keinen Bock mehr auf Globalisierung. Und um es ein wenig feiner auszudrücken: Wir möchten uns nachhaltig mit lokalen Ressourcen vernetzen.</p>
<p>Nachdem wir nun drei schöne und sehr unterschiedliche Bücher zu individuellen Themen von 3 Autorinnen aus der Region im Programm haben (NEULAND, VOM LICHTJAGEN UND ANDEREN SCHATTEN, FARB-EMOTIONEN), fordern wir nun auch die Herren der Schöpfung auf, sich zu trauen.</p>
<p>Wir wissen aus vielen Gesprächen, dass mehr Menschen als vermutet ein angefangenes, nie vollendetes Manuskript in der Schublade liegen haben, das schon Jahre oder gar Jahrzehnte auf das Licht der Öffentlichkeit wartet. Unter diesen Texten sind wahre Kleinodien der erzählenden Literatur. Die Themenvielfalt ist schillernd wie ein Regenbogen. Was fehlt, ist oft nur die &#8220;Traute&#8221;.</p>
<p>Also, liebe Leute, traut Euch was! Schließlich gibt es nichts auf der schönen Mutter Erde, was den Menschen mehr interessiert, als der Mensch.</p>
<p>Morgen wird alles noch schöner, <img src='http://wunschworte.de/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':-D' class='wp-smiley' /> </p>
<p>schreibt Euer</p>
<p>Bernd Sieberichs  </p>
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		<title>TAGEBUCH</title>
		<link>http://wunschworte.de/2009/07/21/tagebuch-beispieleintrag/</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Jul 2009 17:15:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Sieberichs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Hallo, liebe Leute!
Nach dem Erstellen der neuen Verlagsseite, für das ich mich ganz herzlich bei netmedix.de bedanken möchte, gehe ich nun heute zum ersten Mal mit einem Tagebucheintrag ins Netz.
Ich werde mich hoffentlich in Zukunft noch steigern, was meine Schreibleistung angeht. Aber für den Augenblick sind wir gut ausgelastet bei Wunschworte. Soviel sei verraten, dass wir zur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo, liebe Leute!</p>
<p>Nach dem Erstellen der neuen Verlagsseite, für das ich mich ganz herzlich bei <a href="http://www.netmedix.de" target="_blank">netmedix.de</a> bedanken möchte, gehe ich nun heute zum ersten Mal mit einem Tagebucheintrag ins Netz.</p>
<p>Ich werde mich hoffentlich in Zukunft noch steigern, was meine Schreibleistung angeht. Aber für den Augenblick sind wir gut ausgelastet bei Wunschworte. Soviel sei verraten, dass wir zur Zeit an einigen hochspannenden Manuskripten arbeiten. Ein Thema lautet: Schamanismus; ein anderes: der Ursprung menschlicher Kreativität.</p>
<p>Außerdem gestalten wir gerade den wunderschönen Kunstband einer bekannten Malerin aus Angeln und stehen kurz vor der Veröffentlichung des zweiten Flensburg-Krimis um Mark Rytter.</p>
<p>Na, habe ich Ihnen zuviel versprochen?</p>
<p>Wir sind alle pausenlos unterwegs in Sachen &#8220;Schöne Bücher&#8221;. Und jetzt muss ich ganz schnell wieder ans Manuskript &#8230;</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Morgen wird alles noch schöner,</p>
<p>wünscht Ihnen</p>
<p>Bernd Sieberichs</p>
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		<title>DAS LAND DER SPRECHENDEN NAMEN</title>
		<link>http://wunschworte.de/2009/07/16/das-land-der-sprechenden-namen/</link>
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		<pubDate>Thu, 16 Jul 2009 17:29:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Sieberichs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reiseberichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Münchener in Hamburg, Wölfe im Schafspelz, Stürme im Wasserglas und den Mann im Mond. Doch was, um alles in der Welt, hat ein frankophiler Rheinländer &#8211; »enne wascheschte Öcher Jonge (Aachen, wa?!)« &#8211; nördlich von Haithabu, im Land der Wikinger, verloren?
Nun, verloren hat er nichts, aber dafür etwas gefunden: die Liebe, nämlich. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Münchener in Hamburg, Wölfe im Schafspelz, Stürme im Wasserglas und den Mann im Mond. Doch was, um alles in der Welt, hat ein frankophiler Rheinländer &#8211; »enne wascheschte Öcher Jonge (Aachen, wa?!)« &#8211; nördlich von Haithabu, im Land der Wikinger, verloren?</p>
<p>Nun, verloren hat er nichts, aber dafür etwas gefunden: die Liebe, nämlich. Die Liebe zu seiner Frau hat ihn vor 21 Jahren in den Norden geführt. Hier wurden ihm drei Kinder geboren; hier begann er zu schreiben; hier fand er Freunde, Muße, Muse und Heimat. Über die Jahre ist noch eine andere Liebe gewachsen: die Liebe zum Land zwischen den Meeren und die Zuneigung zu den Menschen, die es auf meist freundliche, oft erfrischende, immer aber beharrliche Art und Weise mit ihrem Leben erfüllen.</p>
<p>Hier und da gibt es ein paar unwirsche Wirrköpfe; linke Larifaris, rechte Randalierer, nördliche Hochnasen und südliche Tiefflieger. Aber gibt es die nicht überall? Sie werden mit Langmut ertragen. Es sind so wenige, dass man sich diese Nachsicht sogar leisten kann, weil sie das Image abrundet. Hexenverbrennung und Inquisition sind unsere Sache nicht, sagen die Besonnenen. Sollen die Südländer sich damit befassen. Vielleicht verstehen die Nordlichter eher als andere, dass die Stärke einer Gemeinschaft am Umgang mit ihren schwächsten Gliedern bemessen wird.</p>
<p>Ja, die Uhren ticken anders bei uns! Die Stürme blasen heftiger und richten doch weniger Schäden an. Die Luft riecht salziger, das Wasser schmeckt süßer, die Wälder tragen später Laub. Der Regen fällt oft aber dafür heftiger. Die Sommernächte schlafen kürzer, die Wiesen sind von saftigerem Grün, und der Raps kleidet sich in goldeneres Gelb als anderswo; wir sind eben dichter dran an der Natur. Und als Ausgleich ein bisschen weiter weg vom Schuss. Im Ernst: Wer begibt sich schon freiwillig in die direkte Schusslinie? Nervenkitzel ist etwas für Großstadtmenschen. Wir hier oben lassen lieber die Seele baumeln als die Nerven kitzeln. Die Uhren ticken anders. Nicht langsamer; auch nicht schneller; einfach anders.</p>
<p>Leider trifft das Klischee von der heilen Welt nicht auf alle Lebensbereiche zu. Seinen Lebensunterhalt muss man sich auch im idyllischen Norden verdienen. Der arme Poet versucht das halt mit dem Verfassen mehr oder minder poetischer Literatur (und wird deshalb wohl immer arm bleiben).<em> </em>An Geld mag es mangeln, an Eindrücken nicht.</p>
<p>Flensburg sei nicht unbedingt der Nabel der Welt, heißt es. Dabei hat die Stadt hat eine ganze Menge mit der Weltstadt San Franzisko gemein. Sie liegt an einer Bucht, nebenbei bemerkt: an der größten Förde Mitteleuropas, hat einen heimeligen Hafen und ihre Bewohner sind weltoffener als Binnenländer &#8211; vielleicht wegen des Hafens und seiner wechselhaften Geschichte. Die Schöne ist auf Hügeln erbaut, und auch in Flensburg gehören die Stadtplaner zur Spezies der verkannten Visionäre: eine zweispurige Tangente mitten durch die Stadt, das neomonolithische Rathaus, ein Terrassen-Pissoir am historischen Südermarkt und noch eine größenwahnsinnige Einkaufsgalerie mit dem Charme der Beliebigkeit legen weithin sichtbar Zeugnis von der Einfalt der Einfälle ab und sind doch nur wenige Fälle unter vielen &#8230; Zum Ausgleich kann der Besucher an jeder Ecke und in zahllosen Hinterhöfen, den alten Speichern aus Flensburgs ru(h)mreicher Vergangenheit, Historie und Histörchen schnuppern, sich an einer quirligen Kulturszene erfreuen und den Rätseln einer Vergangenheit nachspüren, die überall lebendig weil anschaulich ist. Was bedeutet der Sarkophag im Spiegelkabinett? Die Form des Christiansenparks? Wie kam Flensburg zu seinem Namen? Oder zu seinem Mittelpunkt?</p>
<p>Oder Schleswig, das Kleinod an der Schlei, mit seiner Wikingervergangenheit und einer Kultur- und Stadtgeschichte, die reicht, um mehr als die Geschichtsbücher eines Jahrtausends zu füllen. Eine Kleinstadt, die mehr Charme und mehr Flair als manche Großstadt zu bieten hat, deren Kulturszene genau wie das Wirtschaftsleben aus dem Dornröschenschlaf erwacht zu sein scheint und die manch drohender Bausünde zumindest streitbar gegenüber steht, um sich die einzigartige Mixtur aus reicher Kulturlandschaft und nordischer Naturschönheit nicht verderben zu lassen.</p>
<p>Husum, die kleine Graue, die so gar keine graue Maus mehr ist.</p>
<p>Friedrichstadt, das Klein-Amsterdam des Nordens.</p>
<p>Rendsburg, Heide, Eckernförde, Neumünster, Lübeck, die Holsteinische Schweiz, die Seen, die Wälder, die unendlich vielfältigen Küstenlinien. Liebliche Ostseegestade und rauer Inselcharme der Nordsee. Die Liste lässt sich fortsetzen. Die Naturschönheiten sind ebenso zahlreich wie die Kleinstädte mit dem besonderen Charisma.</p>
<p>Dann ist da noch Angeln; das Land der Knicks, der Hünengräber und der Mühlen. Das Land zwischen den Förden, von der Eiszeit geformt; mit nie versiegenden, eisblauen Bächen; mit blühenden Frühlingsfeldern gelber Rapskissen im Schutze grüner Hügel; das Land der lebendigen Geschichte, der bedächtigen Menschen und der sprechenden Ortsnamen. Der Reisende kommt durch Klappholz, mag nach Mohrkirch oder durch Freienwill fahren. Und sieht überall Spuren einer deutschdänischen Vergangenheit, kann erkennen, dass dieses Land seine Bewohner nicht mit Aufregung und Abenteuern begleitet, sondern jeden, der sich auf Angeln einlässt, mit etwas von viel größerem Bestand beschenkt: mit Respekt vor der Natur und Achtung vor ihren Schöpfungen.</p>
<p>Die Menschen zwischen den Meeren machen Schleswig-Holstein zu dem einzigartigen Kultur-, Erlebnis- und Brückenland, das Mitteleuropa an Skandinavien anbindet und die herbe und urtümliche Schönheit des Nordens mit den lebensfrohen und feinsinnigen Kulturgütern des Südens versöhnt.</p>
<p>Wie schon gesagt: Es gibt Wölfe im Schafspelz, Hechte im Karpfenteich, Blindschleichen am Bau; und der Liebe sei Dank gibt es auch einen Aachener mehr im schönen Schleswig-Flensburger Förden-Land.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wolkenwände</title>
		<link>http://wunschworte.de/2009/07/16/wolkenwande/</link>
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		<pubDate>Thu, 16 Jul 2009 17:25:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Sieberichs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus dem Gedichtband "MusenKuss" haben wir für Sie zwei Illuminationen und zwei Gedichte entnommen: "Wolkenwände" und "Worte" . Auch das dritte und bislang unveröffentlichte Gedicht "Jademilch" dürfen Sie ohne Bedenken, ein Copyright oder Urheberrecht zu verletzen, gerne für Ihr privates Vergnügen weiter verwenden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus dem Gedichtband &#8220;MusenKuss&#8221; haben wir für Sie zwei Illuminationen und zwei Gedichte entnommen: &#8220;Wolkenwände&#8221; und &#8220;Worte&#8221; . Auch das dritte und bislang unveröffentlichte Gedicht &#8220;Jademilch&#8221; dürfen Sie ohne Bedenken, ein Copyright oder Urheberrecht zu verletzen, gerne für Ihr privates Vergnügen weiter verwenden.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-304" title="Gedichte Wolkenwaende" src="http://wunschworte.de/wp-content/uploads/2009/07/gedichte-wolkenwaende.jpg" alt="Gedichte Wolkenwaende" width="272" height="373" /></p>
<h2 style="text-align: center;">Wolkenwände</h2>
<p style="text-align: center;">Widerstände, Wolkenwände</p>
<p style="text-align: center;">Liebeshände</p>
<p style="text-align: center;">Deine schwanenweiße Lende.</p>
<p style="text-align: center;">-</p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">Hauche deine Widerstände</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">mir ganz sanft nur</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;"> </span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">in mein Ohr.</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;"><br />
 Wallend weiche Wolkenwände</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">öffnen sich</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">umschmeicheln dich.</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;"><br />
</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;"> </span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">Keine Tore</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">keine Mauern</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">kein Absichten belauern.</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;"><br />
</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;"> </span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">Nichts als wolkenweiches warmes Du</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">nichts als willenloses Wollen</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">spielend ineinander tollen.</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;"><br />
</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;"> </span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">Unsere Siege sind besiegelt</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">unsere Niederlagen auch –</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">heute möchte ich mich schmiegen, zärtlich nur an deinen Bauch.</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;"><br />
</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;"> </span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">Meine Liebeshände kosen</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">ohne Absicht, ohne Ziel</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">wollen deine Schönheit finden, deiner Schätze sind so viel.</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;"><br />
</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;"> </span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;"> </span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">Am Ende werden Widerstände</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">wie Wolkenwände</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">zusammenfallen.</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;"><br />
</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;"> </span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">Und Sinnes-Kathedralen – groß –</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">von Seelenklängen widerhallen</span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: book antiqua,palatino;">sänk&#8217; deine Lende nur auf meinen Schoß.</span></span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Schottland – eine Schatzkammer am Rande Europas</title>
		<link>http://wunschworte.de/2009/07/16/schottland-%e2%80%93-eine-schatzkammer-am-rande-europas/</link>
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		<pubDate>Thu, 16 Jul 2009 17:13:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Sieberichs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reiseberichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Wo beginnt die Welt? Kennt eine Kugel Anfang und Ende? Ist alle Vielfalt der Natur Gottes Werk?
Unser schottisches Intermezzo begann mit einem Zufall.
Hungrig nach Eindrücken, mit vernehmlich knurrendem Fernweh in der nach drei Kindern und fünfzehn Urlaubsdürrejahren immer noch rastlosen Reisenden-Seele, streifte der Jäger und Sammler auf der Suche nach Beute, die in der gemütlichsten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wo beginnt die Welt? Kennt eine Kugel Anfang und Ende? Ist alle Vielfalt der Natur Gottes Werk?</p>
<p>Unser schottisches Intermezzo begann mit einem Zufall.</p>
<p>Hungrig nach Eindrücken, mit vernehmlich knurrendem Fernweh in der nach drei Kindern und fünfzehn Urlaubsdürrejahren immer noch rastlosen Reisenden-Seele, streifte der Jäger und Sammler auf der Suche nach Beute, die in der gemütlichsten Höhle nicht zu erlegen ist, mit unstetem Blick und flatternder Hand durch die <a href="http://www.weite.welt/">www.weite.Welt</a>.</p>
<p>Es gab Flüge zu versteigern: eine Handvoll Thailand mit Traumstrand nach dem Tsunami, danke nein! Lieber eine Prise Madagaskar, mal schnuppern? Oder Honolulu am Mittag mit Mauna-Wolke und abends dann Mauka und Hangloose auf Kauai? Tasmanische Teufeleien Down Under? Sehr exotisch, sehr verlockend, sehr weit! Für unsere erste Reise ohne Kinder zu zweit zu weit. Schweden – zum Ersten, Sizilien – zum Zweiten, den Zuschlag erhält: Schottland!</p>
<p>&#8220;Oh, nein!&#8221;, entwich es meiner Herzallerliebsten. &#8220;Ich tanze Flamenco, ich liebe Wüstenglut, bernsteinfarbene Haut und Sonnenuntergänge über dem Mittelmeer. Und was machst du, kommst mir mit Schottland! Haben die überhaupt schon Strom und fließend Wasser? Außer vom Himmel herab! Da regnet es Tag und Nacht, und Nessie ist auch bloß eine MarketingMogelpackung.&#8221;</p>
<p>Zugegeben, mit bernsteinfarbener Haut tun sie sich schwer, die Nachkommen der rotblonden Wikinger, der robusten Pikten und der rauen Skoten. Sonnenverwöhnt mögen sie nicht sein, dafür sind sie aber perfekt an die realen Erfordernisse von Raum und Zeit angepasst. Auch mit dem Regen geizt der Himmel über den Schotten durchaus mehr, als das Klischee verspricht. Als Ausgleich für mediterrane Sonnenuntergänge und südländisches Savoir-Vivre haben die stolzen Nordländer aus Gerstenmalz und Wasser den Bernstein farblich, geschmacklich und alkoholisch zu einer Sinfonie nie gekannter Genüsse komponiert und dieses wahre Gold des Nordens auf den Namen Whiskey getauft. Geschickt exportieren sie dergestalt schottische Identität in alle Welt. Schluck für Schluck schmeichelt und entlockt er zentralbrasilianischen wie hinterindischen Kehlen gurrende bis rauchige Laute des Wohlbehagens. Und mit jedem Tropfen River Spey und Glen Avon sickert auch ein Hauch der schottischen Seele in das Unterbewusste der weltweiten Feinschlucker und –schmeckergemeinde. Gleichzeitig birgt dieser wunderbare Tropfen ein weiteres Geheimnis, das wir erst am Ende unserer Reise verstehen werden.</p>
<p>Mit Klischees von spröden Heidelandschaften, wabernden Nebelschwaden in feuchtkalten Sommernächten und drögen Eingeborenen, die nackte Männerbeine, schräge Musik aus gequetschten Säcken und kaltgepresste Schafeingeweide als gehobene Lebensart proklamieren, schwer beladen, kehren wir unserer ach so vorurteilslosen, deutschen Heimat den Rücken.</p>
<p>&#8220;Auf der Spurensuche nach unseren Angeliter Vorfahren, die sich auf den Hebriden und anderen Inseln im Norden Schottlands sogar mit einer Felsen-Graffitti verewigt haben sollen&#8221;, wie ich meiner Mallorca-noch-immer-nicht-missen-mögenden Gattin tröstend versichere.</p>
<p>Die erste Überraschung gibt es gratis gleich bei der Landung. Am Flughafen herrscht ein babylonisches Treiben – G-8-Gipfel in Edinburgh. Schottland präsentiert sich für 3 Tage als Gastgeber für den exklusiven Club der mächtigsten Globalisierer dieser Welt. Die weltoffene Freundlichkeit, mit der das geschieht, atomisiert unser erstes Klischee – Schotten seien barsche Eigenbrötler mit einem Hang zum Sektiererischen. Die Realität im 3. Jahrtausend überrascht uns mit mildem Sommerwetter, einem Bad am goldüberfluteten Atlantikstrand von Prestwick und einem freundlichen Polizisten, der sein Motorrad stehend, mit Sonnenbrille, Skistiefeln und flatterndem T-Shirt bewaffnet durch die sanften Brandungswellen zu uns ins Wasser bugsiert.</p>
<p>&#8220;Hi, Folks! Was macht ihr denn hier?&#8221;</p>
<p>&#8220;Baden! Und schottische Polizisten, fahren die immer mit ihren Motorrädern durch die Brandung.&#8221;</p>
<p>Mit breitem Lachen entgegnet der Gesetzeshüter: &#8220;Die Welt ist zu Besuch, Leute! Ich muss den Strand sichern. Morgen habe ich frei. Genießt euren Urlaub. Ihr seht ja, Schottland ist wunderschön!&#8221;</p>
<p>Freundlich mit dem Motorrad wackelnd zuckelt er zum nächsten informellen Schwätzchen davon. Später sehen wir ihn noch einmal winkend am Horizont. Schottland ist auf unvergleichliche Art und Weise in der Moderne angekommen. Und wir in Schottland. Die erste Gemeinsamkeit mit Angeln ist schnell entdeckt. Die Küste in Richtung Glasgow ist dünn besiedelt – eine karge Landschaft mit lieblichen Flecken Grün dazwischen, mit einem besonderen Licht und freundlich-zurückhaltenden Menschen.</p>
<p>Am nächsten Morgen beginnt unser näheres Kennlernen. Bei strahlendem Sonnenschein – und schottischem Frühstück. Das Land hält weit mehr Überraschungen für uns bereit als herzliche Bewohner. Zweideutig wie dieser Satz, so sind auch unsere ersten Eindrücke.</p>
<p>Glasgow lassen wir am Rande liegen, was, wie uns allerorts versichert wird, unser erster Fehler sei. Doch den können wir bald vergessen. Am Loch Lomond brennt uns die Sonne auf den Pelz, dass selbst meiner Herzallerliebsten ein andalusisches &#8220;Ola!&#8221; entfährt. Verträumte Dörfer mit reetgedeckten Fachwerkhäusern, windschiefen Wänden zwischen üppig begrünten Hügeln und lichten Kiefernwäldern laden uns zum Verweilen ein. Doch noch spüren wir das Zerren unserer begrenzten Zeit, obwohl sich schon erste Momente einer gewissen Verlangsamung in unsere Tour geschlichen haben. In Balmaha glitzern die blauen Wasser des Loch Lomond so verlockend, das wir an einem verwitterten Kai mit hübschen kleinen Yachten beschließen, der Illusion der Zeit nachzuspüren. Vielleicht gehen die Uhren wirklich langsamer in diesem Teil der Welt? Die zweite Gemeinsamkeit mit unserer Heimat.</p>
<p>Wir klettern auf einen Berg am Ufer und finden uns atemlos vor einer unvergleichlich schönen Naturkulisse: Mehrere kleine Inseln – bewohnte und unbewohnte – im See liegen dort wie grüne Saphire auf nachtblauem Samt. Riesenfarne wiegen sich sachte im Wind. Ein Schmetterling flattert gemächlich vorbei. Die saftige, gelbe Blume lässt ihn kalt. Davon gibt es mehr als genug. Der rote Mohn am Saum des Waldes hat es ihm angetan. Ein Vogel zwitschert. Sonst ist es still. Schwalben kreisen schweigend am wolkenlosen, azurblauen Himmel und schnappen nach unsichtbaren Mücken, die sich mit der warmen Luft so hoch empor gehoben haben, dass sie sich in keinem Baumwipfel mehr verstecken können. Fernab der Zivilisation könnte es nicht schöner sein, als jäh eine Nikon bewaffnete Touristenhorde aus dem Unterholz bricht. Am Rande unseres Aussichtsfelsens steht ein Zelt. Seine Bewohner haben ihren Müll und die Reste mehrerer Grillfeste auf dem Felsen verteilt. Auch hier scheint die Moderne Einzug gehalten zu haben.</p>
<p>Zusehends beginnen wir zu verstehen: Schottland ist Antwort auf viele Fragen, doch Antwort erhält man nur, wenn man die richtigen Fragen stellt! Zunächst sammeln wir fleißig weitere Eindrücke: das verwunschene Tal am Loch Ard, die Abgeschiedenheit am Loch Katrine, die Einsamkeit am Loch Arklet, allesamt Landschaften von archaischer Größe, meint man, beim ersten Erleben. Doch dann trifft man Menschen. Und die erzählen. Berichten von den Waldbränden im Elizabeth National Forest. Von der Arbeitslosigkeit, weil Jahrzehnte lang ohne Sinn und Verstand abgeholzt wurde, ohne aufzuforsten. Von Rob Roy, dem Nationalschurken, der sich in dieser Gegend vor seinen englischen Häschern und seinen schottischen Gläubigern versteckte. Von den Touristen, ohne die so manche Familie in die Städte auswandern müsste, weil sie ausschließlich vom Bed &amp; Breakfast leben. Antworten auf Fragen. Überall Gemeinsamkeiten –  und Gegensätze: Karge Landschaften, spröde Menschen. Gemütliche Dörfer, Zeit für ein Schwätzchen von Tür zu Tür. Sprechende Namen und Namenlose mit Geschichten, Anekdoten und Geschichte.</p>
<p>Auch ungefragt erfährt man so manches. Stoney Park, das herrliche Herrenhaus mit den dicken Plüschteppichen, die alle Geräusche schlucken und uns himmlischen Schlaf schenkten, errichtet von einem Architekten, der nur drei Häuser baute: dieses hier in Aberfoyle, eines in Australien und eines in Neu-England. Mit einer mächtigen Treppe aus Eichenholz, die selbst vor deutschen Bombern Schutz bot, die über den Firth of Forth, Callandar und Loch Lomond in Richtung Glasgow eindrehten, um die Brücken über den River of Clyde zu zerstören. Geschichte ist überall in Schottland lebendig. Die Schauplätze sind allesamt bekannt, ja berühmt. Urquhart und Inveraray Castle. Das Schlachtfeld von Culloden. Ullapool, Oban, Portree. Hollywood hat kaum ein Küstenstädtchen und erst recht kein altes Gemäuer ausgelassen. Harry Potter war genauso hier wie Mel Gibson als Robert the Bruce, Liam Neeson als Rob Roy und Roger Moore oder Sean Connery als James Bond. Schottland hat große Literaten hervorgebracht und große Literatur. Schotten geizen niemals mit Geschichten. Die Weite des Landes weitet auch das Gemüt.</p>
<p>Die Luft in den Highlands ist anders: Getrieben und gepeitscht von atlantischen Winden atmet sie überall sprudelndes, perlendes, mooriges, quellendes, quietschendes Nass. Von Moosen und Flechten überwuchert durchqueren Bergrücken wie eine Wirbelsäule aus Gneis das Land, reflektieren mal schwarzes, mal grünweißes Licht, tauchen Täler und Höhen in Tupfer von Nebeln und flüssiger Jade.</p>
<p>Natürlich führen alle Wege ins nördliche Hochland am Loch Ness vorbei. Auch wir spähen angestrengt in die kabbeligen, kreuz- und querlaufenden, kleinen Wellen und trauen unseren eigenen Sinneseindrücken nicht, weil wir ahnen, wie leicht man wahrnimmt, was man so sehr wünscht wahrzunehmen. Das Loch liegt groß und grau zu unseren Füßen. Irgendwie fad und öde, vom überreizten Ruhm des eigenen Mythos zehrend. Loch Ness wurde nicht nur in alle erdenklichen Richtungen durchtaucht, beultraschallt und satellitengestützt durchleuchtet, zuletzt hat man es sogar leer laufen lassen – computergesteuert, aber immerhin. Auch hier ist Geschichte überaus lebendig von der Neuzeit überholt, entzaubert worden. Kultur hat sich mit Macht vor die Natur geschoben. Ein Eindruck, der sich hinter jeder Biegung, in jedem Tal, bei jeder neuen Aussicht zur Einsicht verfestigt.</p>
<p>Die Natur ist von berauschender Schönheit: die weißschäumenden Wasser der Fälle von Dochart, die Schwarzen Berge im Hochland von Loch Tulla, die liebliche Landschaft um das Loch Lomond, italienischer als der Lago Maggiore, oder der Mull of Kintyre, mediterraner als die korsischen Küstengewässer, die herbschöne Isle of Skye, die Nordsee nördlich von Inverness an den goldenen Gestaden von Nairn, die Silberstrände der Atlantikküste bei Mallaig, eine Verheißung des versunkenen Atlantis? Überall üppig blühende Tränende Herzen, Rhododendren und Azaleen. Wir kommen kaum hinterher, unsere Sinne zu sortieren, weil wir von Düften und Blicken, von Stimmungen und Klängen und dem alles untermalenden Geschmack goldenen Gerstenmalzes überflutet werden.</p>
<p>Man könnte diese Aufzählung beliebig fortführen. Aber immer ist da auch diese andere Komponente von Schottland. Die Natur ist schon lange nicht mehr wild und unberührt. Die Wälder sind längst abgeholzt und großen, einsamen Heideflächen gewichen. Kein Tal, in dem nicht mindestens eine trutzige Burg die Handschrift und den Namen eines Kultur schaffenden Clans trägt. Kein Hafen oder Museum, wo nicht ein Dudelsackspieler Touristen um ein Schmerzensgeld antönt, -fleht, -flennt, -heult und -brummt.</p>
<p>Nicht nur die Schlösser und Burgen selbst zeugen vom zähen Ringen des Menschen mit der so schwer zu zähmenden Natur. Zeugnisse kühner Architektur und Ingenieurskunst gibt es in Schottland in einer eindrucksvollen Dichte: Talsperren, Wasserkraftwerke, Windparks, stolz geschwungene Brücken, Burgen mit Zinnen und Türmen, mit Mauern, die Jahrtausenden trotzten, mit Bewohnern von Rom bis Norwegen, lange bevor es Norwegen, das Zwillingsland Schottlands, im Bewusstsein der Europäer gab. Steinkreise und Hügelgräber aus der späten Stein- und frühen Eisenzeit mit Graffiti von durchziehenden Wikingern zeigen, dass sich Natur und Kultur schon lange vor unserer Zeitrechnung im prägenden Wettstreit miteinander befanden.</p>
<p>Auf einen echten Angeliter sind wir dann auch noch gestoßen – in einem Weiler abseits der großen Touristenströme hat sich ein Schotte mit der exklusiven Zucht des großen Angeliter Hausschweins selbständig gemacht. Er hatte die Nase voll von Hochlandrindern oder kostenintensiver Lachszucht in überdüngten und virenbefallenen Fjorden und hat sich für das robuste Hausschwein entschieden. Dessen Urahnen kommen aus Neumünster. Immerhin, fast so was wie eine dritte Spur auf unserer Spurensuche zwischen Angeln und Aberdeen.  Doch zurück zum Menschen und Menschengemachtes.</p>
<p>Das gigantische Schiffshebewerk <em>Neptune&#8217;s Staircase</em> in Fort William ist ein weiteres Beispiel für unseren wiederkehrenden Eindruck von einer einzigartigen Symbiose der ge-staltenden Kräfte dieses Fleckens Erde. Parallel zum <em>Caledonian Canal </em>verläuft der Fluss Lochy. An seinem gegenüberliegenden Ufer stehen die mächtigen Überreste von <em>Inverlochy Castle</em>. Hier hausten Römer, Wikinger, Normannen, Engländer und Schotten, und alle hinterließen ihre Spuren. Münzen, die aus dem Handel mit Haithabu stammten, findet man in vielen Museen. Und zahlreiche Plätze, die zum Verweilen einladen und zu Ausrufen wie jenem, den wir im Highland an einer Raststätte mit besonders spektakulärer Aussicht lasen: &#8220;Rest and be thankful!&#8221; Wir blieben dankbar, solange es dauerte. Und mit uns war die Welt zu Gast.</p>
<p>Am Tag unserer Abreise ging auch das Treffen der G-8 zu Ende. Ein Gruppe junger, französischer Gipfel-Gegner kampiert am Atlantik-Strand von Prestwick. Eine Promenade wie in einem südenglischen Seebad, mit grandioser Aussicht über den Firth of Clyde, einem Postkartensonnenuntergang über den Gipfeln der Insel Arran und halbnackten Körpern in schäumender Brandung. Ein paar Weinflaschen machen die Runde. Plötzlich, ein Polizei-Jeep am Strand, ein blinkendes Blaulicht, rennende Nymphen, hektische Kavaliere mit hastig herbei geschafften Hosen. Der deutsche Beobachter mutmaßt selbst nach 8 Tagen Highlands das Einschreiten der Polizeigewalt. Doch die ziehen ab – und kommen nach 20 Minuten mit einer Riesenfuhre Fish &amp; Chips für die jungen Leute zurück.</p>
<p>&#8220;Freedom for Scotland!&#8221;, skandieren die mittlerweile frierenden Franzosen aus Dankbarkeit am Strand von Prestwick.</p>
<p>Schottland hat sich längst befreit und seine eigene Identität gefunden. Unverwechselbar wie das Land sind auch die Menschen, die es schufen. Am Eilean Donan Castle erreichte uns die Nachricht von den Londoner U-Bahn-Bomben. Der Ticketverkäufer, ein weißhaariger alter Schotte, war erstarrt in Angst und Sorge und Mitgefühl um seine Landsleute in London. Tränen liefen ihm übers Gesicht. Seine Arbeit konnte er nicht fortsetzen.</p>
<p>Natürlich gibt es auch heute noch Highlander und den Rest der Welt. Und es ist auch wahr, dass die wilden Skoten und Pikten sich nur höchst ungern mit Angeln und Sachsen und Römern und Normannen vermischten. Geschehen ist es dennoch. Seitdem sind die Menschen sich näher gekommen. Und diese Begegnungen beginnen, auch uns zu verändern. In unseren 8 Tagen in Schottland konnte man das allerorts spüren.</p>
<p>Vielleicht kennt eine Kugel keinen Anfang und kein Ende, doch sie birgt einen Schatz, der allen gemeinsam gehört. Schottland lehrt uns, dass Natur und Kultur sich immer dann in schönster Vielfalt gegenseitig gestalten und bereichern können, wenn Menschen sich in Gastfreundschaft begegnen. Da haben wir die 3. Gemeinsamkeit unserer Spurensuche. Ja, Schottland ist eine Schatzkammer am Rande Europas. Und das ist die 4. Parallele zu Angeln, dieser Schleswiger Schatzkammer am Rande der Ostsee. Darauf erheben wir unser Mitbringsel – wie sollte es anders sein – einen flüssigen Bernsteintrank: Prosit!</p>
<p>Übrigens ist es schottischer Brauch, jede Begegnung mit einem kräftigen Schluck Scotch zu feiern. Auch schöne Sitten sollten vereinen!</p>
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		<title>Schwanensee(-le) Oder Der Schwahnsinn Des Lebens</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Jul 2009 17:12:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Sieberichs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war einmal
ein großer grüner Schwan, der, wäre er nicht gestorben, heute noch besoffen wär. Als er noch trank und lebte, torkelte er trunken vom Leben über eine Straße, die gerade eben noch gerade gewesen war. Nüchterne Häuserwände stiegen vor ihm hernieder. Blättrige Bäume mit krachenden Kiefern putzten sich die Zähne. Ein Liebespaar schlenderte eng [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war einmal</p>
<p>ein großer grüner Schwan, der, wäre er nicht gestorben, heute noch besoffen wär. Als er noch trank und lebte, torkelte er trunken vom Leben über eine Straße, die gerade eben noch gerade gewesen war. Nüchterne Häuserwände stiegen vor ihm hernieder. Blättrige Bäume mit krachenden Kiefern putzten sich die Zähne. Ein Liebespaar schlenderte eng umfernt um eine Laterne. Sie schlungen so eng um, daß die Laterne zu leuchten begann (Birne kann eben alles). Ein gelber Ball von dunklem Licht breitete sich rundum aus (my = c x hochkwatschkwadrat).</p>
<p>Der Schwan mochte kein Licht, weil es sein Grün betonte und er mochte keine Liebespaare, weil sie Laternenlampenlicht zum Leuchten brachten. Deshalb trunkelte er torken über die Straße hinter einem her und über. Der Platz lag jetzt ruhig danieder (Reim). Ein sanfter Wind trug den Zahnpastaschaum der Bäume hinweg, die gerade beim Gurgeln waren.</p>
<p>Der große grüne Schwan stürzte in das Schaufenster eines großen grünen Kaufhauses. Er hielt es für das Sauffenster ei-nes Saufhauses. Der Nachtwächter rief &#8220;Polizei!&#8221; und erschoß ihn, weil er besoffen war. Die Schwanenseele (grün und gram) wollte gerade in die Ferne schweifen, als sein Schweif von der nahenden Lokomotive einer Kinder-Bimmel-Papi-spielt-damit-am-liebsten-Bammel-Weihnachtsgeschenkeisenbahn überrattattattatattert wurde.</p>
<p>Ein saftiges Stück grüner Wiese lag jetzt im Schaufenster und auf der Straße. Der Nachtwächter rief: &#8220;Polizei!&#8221; weil er besoffen war und die Wiese rief: &#8220;Kinder!&#8221; – denn Wiese in der Stadt war noch seltener als Baum im Watt (Reim). Großschrittig eilten kluge Kinder herbei mit Bällen, Leitern und Sandkiste, Eimern, Schaufeln, Formen, Wasser, Wellen und Böt-chen; und clevere Raygebante Kids supplyten ihre Bennetton-und Bodybags in cooler Slowmotion mit Fastfood, Walkwomans, Runningmates, Gamegirls und Bodysurfbrättern &#8230;</p>
<p>Schnell hatten sie einen schönen Strand gebaut. Die blättrigen Bäume spieen Schaum und sogar die nüchternen Häuser neigten sich neugierig vor, so daß die Fenster aus den Fen-stern fielen und kristallklar zu Strande klirrten. Bald darauf meerte meerumschäumtes Meer mehr und mehr kristallklar und grün um Schaufenster und Bäume herum. Auch die Kinder mehrten sich immer mehr, zogen Badesachen an und begannen zu spielen. Einige ballten, andere formten und manchige badeten in den warmen Wogen. Das war doch schön. Und die Kiddies grooften, whamten, bangten und hipten, was das Biitschwär hielt, und hopten mit ihren Bodybrättern durch die grüne Brändung, daß es einem den Bräth-(ti-ejtsch!)-awejh nahm. Das war doch grotzprotzoberaffengeil! Aber leider leider leider leider&#8230;</p>
<p>Nach kaum dreizehn Wellen kamen keine Wolken aber ihre besorgten Mütter und Moms herbei, um ihnen Sonnencreme, Hamburger und Harpunen zu bringen. Besonders besorgte brachten Lebertran, Zinkpaste und FCKW-Killer und blieben, um Bakterien zu jagen und etwaig aufreißende Löcher in der Ozonsocke zu stopfen. Die Normalität kehrte ein.</p>
<p>Die blättrigen Bäume wunderten sich über ihre feuchten Füße, die Sonne brach durch ihre nassen Zweige, der Tagwächter rief &#8220;Weißer Hai!&#8221;, und sie wandten sich ihrem Frühstück zu. Während der Strand sich langsam füllte und auch langsam wuchs, weil viele Sand und Wasser mitbrachten, standen die Autos unter den Bäumen und unter der Laterne (Lied) bis zu den Knien im Wasser, und ihre Fahrer schrien mit hochroten Häuptern und gespreizten Haaren laut hüpfend nach der Polizei. Der Tagwächter schrie: &#8220;Weißer Hai!&#8221;</p>
<p>Nach einer mehr oder weniger mehr als ganzen halben Stunde war der Strand vom Schaufenster über die Spielzeugabteilung quer durch die Ottomopsstraße bis hin zum Theater gestrandet. Die Schauspieler verkleideten sich mit Badehosen und spielten spritzend Schau als Kinder. Die richtigen Kinder spielten auch Kinder, aber richtig. Sie hatten die Rolltreppe zur Rutsche gemacht und rutschten rollend ins tiefe Meer. Es war kurt Merz (kurt nicht friedrich = Adjektiv nicht Vorname) und Meer. Was will man mehr? Und mehr Menschen kamen mit Wasser, Sand und Strandutensilien herbei. Und immer mehr. Die Autos der erwähnten hochroten Herren waren halb eingesandet, und es spielten richtige Kinder Autofahren und szpäschell coole Kids Carnapping, während die Verfahrenen sich eine Ba-dehose ausgeliehend ins Wasser gehüpft haben warend. In Klammern: falsch. Falsch, weil keine Klammern. Also: falsch!</p>
<p>Auf Pferden kam auch die Polizei schon durch die Ottomopsstraße geritten (Im Merzen der Bulle die Rösser einspannt: Lied, aber falsch). Sie waren mit der festen Absicht gekommen, den Verursacher der grünen Krankheit zu verhaften und erfuhren von der Wiese und ritten hin. Sie stellten fest, daß die Wiese ein erschossener toter, grüner, ehemals besoffener Schwan war und verhafteten den Tagwächter, der &#8220;Weißer Hai!&#8221; schrie. Dann scheuchten sie ihre Pferde ins Meer (die Mähre dem Bullen die Pferde ausspannt: Quatsch), die sofort von richtigen Kindern zum Spielen eingefangen wurden, und schwammen um die Wette zum Theater, um mit den falschen Schauspieler-Kindern falsche Polizisten-Kinder zu spielen. Aber weil sie so grün waren, hielt jedermann und jederkind sie für schwan und tot und trampelte achtlos auf ihnen herum. Nur <span style="text-decoration: underline;">jederfrau</span> war wieder einmal klüger und empfindsamer als <span style="text-decoration: underline;">man</span> für möglich hielt, und schimpfte mit den Kleinen, wenn sie gelbe Strahlen ins grüne Meer pieschten.</p>
<p>Auch die blättrigen Bäume, die ihr Frühstück beendet hatten, machten sich nützlich. Biegsame dienten als Sprungbretter, schwankende als Wasserschaukeln, einige bauten wundervolle Baumpaläste in ihren Zweigen, in denen fleißig gespielt und geblättert wurde, andere spendeten Zahnpasta und Schatten oder spielten mit den Kindern im Wasser Naßspritzen. Die stämmigsten Bäume konnten sogar alles gleichzeitig tun. Nach mehr oder weniger weniger als mehr als einer mehr als vollen halben Stunde war die ganze Stadt und das gesamte Kaufhaus zu einem meerstöckigen Strand geworden. Überall badende, spie-lende, spritzende Menschen, eingesandete, voll bekindersetzte Autos und Kidcars, platte und bepieschte Polizisten, echte Schauspieler, kunstvolle Sandburgen, Wasserrutschen und freundliche Bäume mit guten Zähnen.</p>
<p>Dann kam der Chef des Kaufhauses, murmelte irgendwas über grünen Schwahnsinn, feuerte den verhafteten Nachtwächter und befahl seinen badenden Verkäuferinnen, den Löschsand aus dem Keller als Zweitstrand zu verkaufen. Dann ging er in die Sportabteilung und tauschte seinen seidenen Anzug gegen ein Surfbrätt. Mit der ersten Welle rauschte er davon, versenkte versehentlich oder auch nicht eine grüne Gummipuppe in der Abteilung für Hilfsmittel und ward nie mehr gesehen.</p>
<p>Als es Abend wurde, leuchteten überall in der Stadt und im Strandhaus kleinere und größere Feuer aus Treibholz. Die Grillen zirpten und feste feuerten die Grille, um das appe-titanregende Platzen wurstiger Waren zu fördern; Musik wurde gemacht; Mann hatte sich lieb – und Frau auch; und die Bäume wiegten sich im Takt und wärmten ihre Äste.</p>
<p>Da passierte es.</p>
<p>Ein liebes Paar engte sich mal wieder schlung um, und der grüne erschossene tote ehemals Schwan verstand alles miss. Dabei leuchtete überhaupt gar keine Laterne (kein Lied). Der Schwan beschloß, nicht länger tot, erschossen, entschweift und ehemals zu sein, und machte sich davon.</p>
<p>Und wenn er nicht gestorben sein wollte, dann torkelt er vielleicht gerade grün und besoffen durch eure Straße. Am besten, ihr habt eure Badehose immer dabei!</p>
<p>Und die Moral von der Geschicht:</p>
<p>(Wenn Silberfische Würmer fräßen, könnten Angler ihr Petriheil in Parterre suchen und sich im Morgengrauen statt am Tümpel unterm Wohnzimmertisch aalen.) Geistige Gesundheit ist eine Erkrankung des Stoffwechsels – und Sprache eine des Wortwechsels.</p>
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		<title>DIE KRANKHEIT GESUNDHEIT</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Jul 2009 17:11:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Sieberichs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufsätze]]></category>

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		<description><![CDATA[In seiner Kulturgeschichte der Neuzeit schrieb der österreichische Historiker Egon Friedell, dass Gesundheit eine Erkrankung des Stoff­wechsels sei. Die Zeit­spanne zwischen Geburt und Tod ließe sich demnach als Zustand dauerhafter Krankheit definieren.
Der alljährlich wachsende Verbrauch von Pharma-Produkten scheint dem Mann Recht zu geben. Wenn Krankheit unser Leben derart bestimmt, wen wundert es dann, dass wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In seiner Kulturgeschichte der Neuzeit schrieb der österreichische Historiker Egon Friedell, dass Gesundheit eine Erkrankung des Stoff­wechsels sei. Die Zeit­spanne zwischen Geburt und Tod ließe sich demnach als Zustand dauerhafter Krankheit definieren.</p>
<p>Der alljährlich wachsende Verbrauch von Pharma-Produkten scheint dem Mann Recht zu geben. Wenn Krankheit unser Leben derart bestimmt, wen wundert es dann, dass wir uns zumindest in bestimmten Lebensphasen mit nichts anderem außer unserem eigenen Wohlergehen zu beschäftigen scheinen. Der griechische Philosoph Heraklit behauptete: „Krank­heit lässt den Wert der Ge­sundheit erkennen, das Böse den Wert des Guten. Hunger die Sättigung, Ermüdung den Wert der Ruhe.&#8221; Viele kluge Köpfe nach ihm waren und sind überzeugt davon, dass der Mensch das Neandertal und die Höhle seiner Urahnen nur deshalb verlassen hat, um eine Medizin für seine kranken Knochen aufzutreiben. Wer hat nicht schon im Freundes­kreis oder durch eine persönli­che Krankheit erlebt, dass man auf einmal Antworten auf Fragen sucht, die man ohne diese oder jene Krankheit nie gestellt hätte. Die Beschäf­tigung mit der Krankheit hat also unseren Höhleneingang zumindest vergrößert, unseren Horizont erweitert.</p>
<p>Doch wie gehen wir nun mit unserem lebenslangen Siechtum um? Sind wir alle Hypochonder, unfähig, die unterschiedliche Schwere unse­rer Krankheit zu ermessen? Fühlen wir uns krank, nur, weil uns jemand die entsprechende Diagnose stellt? Gibt es gar Krankheiten, die diejenigen, die uns Heilung verkaufen, nur zu diesem Zweck &#8220;erfunden&#8221; haben? Was ist mit Kopfschmerzen, mit Hexenschuss, mit sogenannten psychosomatischen Erkrankungen? Sind wir eine Nation von Diabetikern, Neurodermitis-Kranken, Asthmatikern? Fühlen wir uns deshalb so elend, weil uns das Bild und die Symptomatik des Erkrankten so erfolgreich von der Werbung vermittelt wurden? Oder kann solche provokanten Fragen nur derjenige stellen, an dem der Kelch jeder Krankheit bislang vorüber ging?</p>
<p>Sind wir blind in unserem Streben nach die­sem nie erreichbaren Gut: der Gesundheit? Haben wir uns freiwillig zum Sklaven unserer Sehnsüchte gemacht, und dar­über den Blick für Wahrheit und Wirklichkeit verloren; vergessen, dass eine Sucht (auch eine Sehnsucht) nicht unbedingt glücklich oder gesund macht? Erwirbt der Mensch mit seiner Geburt ein &#8220;Menschenrecht&#8221; auf Glück und Gesundheit?</p>
<p>Die Art, in der unsere moderne Gesellschaft das Glück, die Gesundheit und die damit unmittelbar verbundene Jugend zum Götzen erhebt, scheint das zu suggerieren. Es sei denn, unse­re Neigung zur Bequemlichkeit, unser mangelhafter Antrieb zur Erkenntnissuche, unsere Vorliebe für künstliche Umgebungen auf Kosten der natürlichen sind Symptome einer weiteren schrecklichen Krankheit (deren Heilung uns letztendlich befähigt, unsere Hochhaushöhlen zu verlassen, um uns in bislang ungeahnte Höhen emporzuschwingen) – einer Krankheit namens Wohlstand und namens Überfluss.</p>
<p>Glück, Freiheit, Zu­friedenheit, Frieden, das sind neben der Gesundheit die meist genannten Ziele, die anzustreben den Sinn unseres Daseins ausmachen. Leider verwechseln wir allzu oft materielle Sicherheit mit Glück, von Medien und Wer­bung gesteuerte Konsumzwän­ge mit Freiheit und Zufrieden­heit, sowie die künstliche Errichtung von Grenzen mit Frieden.</p>
<p>Was verwechseln wir mit Gesundheit? Ist es die Ver­lockung der Pharmaindustrie, die uns eine Pille oder ein Pulver für jedes Symptom anbietet? Oder ist es unser falsches, weil eingeschränktes Verständnis vom eigenen Wesen? Der Mensch ist nun einmal keine Maschine, kein mechanisches Gerät, dessen Einzelteile lediglich ein paar Tropfen Öls zur besseren Schmierung bedürfen. Ersatz­teile können defekte Teile ersetzen. Mehr können sie nicht. Die Stammzellenforschung verspricht uns eines Tages das Ersatzteillager aus körpereigenen Zellen. Aber noch ist der Mensch mehr als ein Rechenschieber. Würden Sie Ihre Gesundheit einem Lageristen oder Spediteur anvertrauen? Noch ist unsere Funktionswei­se komplexer als die eines Computers. Keyboard, Bild­schirm, Speicher und Pro­gramme alleine reichen nicht, uns lebendig zu erhalten. Noch immer ist unsere Entstehung ein ungelöstes Rätsel. Wir wissen, wie Ei und Same verschmelzen. Aber was die Einzelteilen mit Bewusstsein und mit Leben beseelt, das wissen wir nicht. Und die Gene werden es uns nicht verraten. Zum Glück auch nicht die Pharmaindustrie.</p>
<p>Der Mensch braucht Nichtfassbares wie Seele, Gesundheit und Liebe für seine Existenz. Und dennoch gehen wir meist mit uns um, als seien wir Maschinen, die gewartet wer­den müssen oder Computer, die ständig verbesserte Software brauchen. Etwas Unbegreifliches (wie Liebe, Seele, Gesundheit) nicht be­greifen, also nicht berühren, nicht anfassen zu können, bedeutet nicht, dass wir nicht trotzdem versuchen müssen, es zu verstehen. Unser bruch­stückhaftes Verständnis von uns selbst ist schuld an unserer Misere. Deshalb verwechseln wir Gesundheit mit maschi­nenmäßigen Abläufen, und deshalb verwechseln wir Krankheit mit dem Auftreten von Symptomen.</p>
<p>Stellen Sie sich vor, in Ihrem Haus ist ein Feuer aus­gebrochen. Die Alarmglocke schrillt los, der Lärm ist uner­träglich. Sie rufen die Feuerwehr, die bald schon ein­trifft. Aber zu Ihrem Erstau­nen stürmen die Feuerwehr­leute mit ihren Äxten herein, kappen die Kabel zum Feuer­alarm und bringen das Glockengeschrille zum Schweigen. Vielleicht drückt man Ihnen noch freundlich die Hand, sagt: &#8220;Schön, dass der schreck­liche Lärm aufgehört hat&#8221;, und verschreibt Ihnen eine kleine Axt, um künftiges Alarmge­läute selbst abzustellen. Doch dann verschwinden die freund­lichen Helfer in der Nacht und lassen Sie mit dem tobenden Feuer und der kleinen Axt zurück.</p>
<p>Wenn der geschilderte Fall Ihr Haus beträfe, wären Sie doch schockiert, oder? Mit uns selbst verfahren wir aber oft auf diese unzureichende Weise.</p>
<p>Wir finden es normal, nur die Symptome einer Krankheit zu behandeln, statt der Wur­zel, die sie verursacht. Kopf­schmerzen be­kämpfen wir mit Schmerztabletten, ohne uns Gedanken zu machen, ob der Schmerz nicht ein Alarm­signal ist, das uns warnen soll, dass etwas in uns nicht in Ordnung ist. Einzig die Symp­tome einer Krankheit zu unter­drücken, ohne die Ursache festzustellen und zu behan­deln, ist genauso dumm, wie den Feueralarm abzuschalten, ohne das Feuer zu löschen. Verantwortlich für diese Dummheit sind wir alle. Wir können nicht den Ärzten oder der Pharmaindustrie zur Last legen, dass wir selbst sofortige Linderung und schnelle Lösungen für die Unterdrückung unserer Symptome ver­langen.</p>
<p>Wir können allerdings die Anstrengung unterneh­men, uns selber besser zu ver­stehen. Die pädagogische Dimension von Gesundheit, Erkrankung, Genesung und Therapie rückt zusehends in den Fokus des öffentlichen Bewusstseins. Der einzelne Mensch scheint mehr denn je bereit, für sich selbst und sein individuelles Wohlergehen Verantwortung zu übernehmen. Wenn ich die Zügel wieder selbst in die Hand nehme, dann bedeutet das, dass ich anfange mich über jeden Aspekt meiner Gesundheit und meiner Krankheit zu informieren. Ich will nicht länger durch eine Diagnose und die verordnete Therapie über mich und meinen Weg entscheiden lassen. Ich will mich bemühen, weil ich selbst, wie kein anderer, in der Lage bin, mich und die Geschichte meiner Erkrankung zu verstehen. Da liegt die Lösung: Wir müssen uns um unsere Gesundheit bemühen, uns mehr Mühe als bisher machen. Pillen zu schlucken, ist vergleichsweise einfach.</p>
<p>Seit Jahren wird die Zahl derjenigen, die sich Mühe geben wollen, größer. Immer mehr Menschen sind bereit, sich auf sich selbst zu besinnen, an sich selbst zu lernen, der eigenen Wesenheit mehr zu vertrauen, die Geduld für sanf­te Heilungsprozesse aufzubringen. Und es gibt immer mehr Menschen, die ihnen dabei zur Seite stehen, Anleitung geben, Wissen vermitteln, Alternativen und Möglichkeiten anbieten. Von diesen Menschen und ihrer Arbeit wird diese Kolumne berichten.</p>
<p>Die Viel­falt der Möglichkeiten, die es innerhalb des breiten Spektrums an Heilme­thoden (von A – Z, z.B.: <strong>A</strong>lexandertechnik, <strong>A</strong>yurveda, <strong>B</strong>achblütentherapie, <strong>G</strong>eistheilen, <strong>K</strong>linische <strong>H</strong>ypnose, <strong>O</strong>rgonbestrahlung, <strong>Z</strong>irkadiane Rhythmen, etc.) im Schleswiger Land gibt, sollen aufge­zeigt werden. Es werden Menschen vorgestellt, die uns einen Teil unserer Bemühun­gen abnehmen, die uns Hilfe­stellung geben können. Begriffe von  werden erklärt.</p>
<p>Wer sich bemüht, wird erstaunt sein, wie zahlreich die Wege zur Gesundheit sein können und vielleicht erken­nen, dass Krankheit mehr ist als nur ein Alarmsignal, wie Gesundheit mehr ist als nur eine Erkrankung des Stoff­wechsels – nämlich der Schlüs­sel zum Verständnis unseres Seins.</p>
<p>&#8220;In alten Zeiten wurde ein jeder Mensch als von Natur aus krank angesehen –  und Erziehung als das Mittel, ihn zu heilen&#8221;, schrieb der Philosoph und Pädagoge Rudolf Steiner.</p>
<p>Der Mensch muss sich selbst erkennen und begreifen lernen. Dann wird er die Verantwortung für seine Gesundheit nicht länger in fremde Hände legen oder gar auf die Chemie beschränken. Die eigene Genesung beginnt dort, wo wir zu suchen beginnen. Als Orientierungshilfe diene Ihnen: Die Krankheit Gesundheit.</p>
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